La Gomera

18. Dezember 2010 18:12    |    by satyr

La Gomera – eines der Ziele das hält was es verspricht. Aber was verspricht es ?
Bekannt geworden Anfang der Siebziger Jahre als Aussteiger und Hippie-Ziel blieb es lange Zeit ein Geheimtipp.

Direkt anfliegen kann man La Gomera auch heute nicht. Der beste Weg führt über Teneriffa, um dort im Hafen Los Cristianos die Reise per Schiff fortzusetzen. Es gibt zwar auf La Gomera einen Militärflughafen, der auch von Teneriffa Nord angeflogen wird; nur wer die Landebahn auf La Gomera gesehen hat (Größe von einem Handtuch) -  wird Probleme haben diesen Flughafen anzufliegen. Gilt für allem für Piloten. Die Bewohner selbst, die Stadtverwaltung weigern sich auch einen Flughafen für Jets zu bauen – Massentourismus unerwünscht. Diese “beschwerliche” Anreise soll nur jene bringen, die unbedingt hinwollen. Dazu kommt: La Gomera wird durch zwei Straßen verbunden, die die ganze Insel verbinden.
Die restlichen, sagen wir Fahrwege, sind abenteuerlich. Man kennt die Touristen sofort:
an der Art wie sie ihr Fahrzeug fahren.  Bedächtig, langsamer als normal – hat man doch stets einen tiefen Abgrund vor Augen. Die Einheimischen: geben Gas als wärs das Normalste. Unterkünfte sind relativ leicht zu finden; das Valle Gran Rey ist die “überlaufendste” Siedlung – dort tummeln sie sich noch: Aussteiger, Time-Share-Aussteiger, Headbangers,
abenteuerlustige aller Art – Nachtleben gibt‘s hier immer. Der Rest der Insel: eher verträumt.
Wer sich Mühe macht den Nationalpark zu besuchen, ein dickes MUSS, wird mit atemberaubenden Einsichten belohnt. Ganz oben auf eintausend Meter – dichter Nebel, Regen. Unten am Strand – blauer Himmel, lachende Sonne.
Das Wetter: abenteuerlich ! Es kann passieren, und ich habe das erlebt, dass unvermittelt, dichtester Nebel und heftiger Regen einsetzen, Sicht gerade mal zehn Meter.
Jedoch einhundert Meter weiter: Sonne und klare Sicht.

Hier steht auch der älteste Baum der Welt, aber zumindest Europas: der Drachenbaum. Wie ein Wahrzeichen der Insel thront er in der Mitte. Oft fotografiert, zu erreichen nur auf einem Schotterweg. Verträumte, einsame Buchten: en masse. Dorthin zu gelangen, eine Herausforderung. Die Straßen…Schotterwege, äußerst eng. Aber: sollte man gesehen und genossen haben.

Baden im Atlantik: Vorsicht, jede Menge Strömungen und man wird an einigen Strandabschnitten mittels Warnhinweis an den letzten tödlichen Badeunfall hingewiesen.

Die Strände: steinig, einzig im Valle Gran Rey befindet sich ein traditioneller Sandstrand – der aber nicht zu lange ist. Ständig bevölkert.

Die Bewohner sind sehr gläubig – oft Indios, Südamerikaner die aus politischen Gründen in den Siebziger Jahren hierher emigrierten (auch das Spanisch, das gesprochen wird, ist etwas anders als das Festland-Spanisch). Deswegen bezeichnen die Einheimischen jene Bucht in der zivilisationsmüde Westeuropäer Nacktbaden und sich anderen Dingen hingeben – als Schweinebucht.

Angebaut wird dort nur Wein – und Bananen, die erst mal gekocht werden müssen.

Die Art des Anbaus erfolgt terrassenförmig – bei manchen Landschaften fühlt man sich an asiatische Reisplantagen erinnert.  Die Wälder: Lorbeer, der Geruch beeindruckend, und bei solchen Wanderungen erfährt man: Du kommst in ein Dörfchen mit kleinem Stausee – Bewohner gibt’s hier aber keine mehr. Mutterseelenalleine ein Bad im See !
Die Landflucht erklärt sich – wie sooft – aus der beruflichen Perspektivlosigkeit für die Einheimischen. Außer Tourismus und Weinanbau sowie Bananen gibt’s nichts. Das Land nicht eben sehr sanftmütig, sondern herausfordernd.
Was hier aber praktisch fast überall gepflückt werden kann: Aloe Vera. Brauchte ich nach einem Sturz mit dem Fahrrad und offenbarte tatsächlich Wunderkräfte.

Das Klima: heiss in den Strandlagen, im gebirgigen Teil wechselnd.

Die kleinste Insel, Nachbarinsel, ist El Hierro. Von La Gomera aus gut zu sehen – muss man allerdings rauf ins Gebirge und dort kann man das Phänomen erleben: urplötzlich verschwindet El Hierro hinter einen dichten Nebelbank.

Wer dort hinfährt sollte einen fahrbaren Untersatz anmieten, wer’s sportlicher will: per Fahrrad. Das kann allerdings sehr anstrengend werden.

La Gomera ist auch eine beliebte Wanderinsel,
es empfehlen sich die Monate vom späten September bis April/Mai.

Es gibt regelmäßige Fähr und Schiffsverbindungen nach Teneriffa, El Hierro und auch zu weiter entfernten Nachbarinseln.

Ist diese Insel eine Reise wert ? Mehrere und regelmäßig !

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Bildquelle: aboutpixel.de / Luxus PUR © Ralf Peiler

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