Den Junggesellenabschied in Tallinn erleben

5. Dezember 2012 17:36    |    by satyr

Peter heißt der Bräutigam, der mir gegenüber sitzt und von einem Junggesellenabschied in Tallinn erzählt. Ich fühle mich unweigerlich erinnert an den Film „Hangover“, der ebenfalls von einem Junggesellenabschied handelt, allerdings in Las Vegas. Das ist aber nicht die einzige Gemeinsamkeit, denn Peter sieht immer noch ziemlich mitgenommen aus. Die Hochzeit ist übrigens abgesagt, denn die auserkorene Braut, die in diesem Artikel nicht namentlich erwähnt werden soll, war völlig entsetzt vom Ergebnis des Junggesellenabschieds.

Angefangen hatte alles mit der ungewöhnlichen, aber immer beliebter werdenden Idee, den Abschied vom Singledasein in Estland zu feiern. Schnell war ein JGA nach Tallinn mit Pissup Reisen gebucht und natürlich war die Braut nicht entzückt, aber letztlich doch einverstanden. Angesichts des seltsamen Haarschnitts meines Gegenübers und einer sehr seltsamen Tätowierung auf dem Hals beginne ich langsam zu begreifen, was ich am Telefon noch nicht verstehen konnte: Offensichtlich ist einiges falsch gelaufen in Tallinn und Peter hat nun die Hoffnung, dass ich ihm helfen könnte, mit einem investigativen Artikel seine verlorene Braut zurückzuerobern.

Peter erzählt, wie er mit seinen Freunden online einen City Guide genutzt hat, um den Junggesellenabschied minutiös zu planen. Er kann mir aber nicht erklären, warum dann von Anfang an alles schief gegangen ist. Er kann sich nur noch daran erinnern, dass er im Hotel eingecheckt hat und dann ist er zwei Tage später in einem fremden Hauskeller wieder aufgewacht. Niemand kann ihm erzählen, was passiert ist. Seine Freunde haben auch keine Ahnung, denn sie haben ihn nach dem Check-in im Hotel nicht mehr gesehen. So sieht also ein Mann aus, der gerade den größten Albtraum seines Lebens live erlebt. Und ich habe keine Ahnung, wie ich ihm helfen soll.

Bild: angye  / sxc.hu

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